Pater Marek nimmt Abschied

Pater Marek hatte jüngst etwas Pech: Die Achillessehne am linken Fuß ist gerissen. Und das, wo er doch ohnehin nicht mehr lange auf der Alb ist.

Meßstetten. Marek Perzynski betreut seit neun Jahren die Katholiken in Unterdigisheim und Meßstetten, seit einem Dreivierteljahr die in Obernheim. Ende Juli nimmt er Abschied (wir berichteten). Der beliebte Geistliche wechselt in die Nähe von Dortmund – auf Alb folgt also Ruhrgebiet. Wenngleich er seiner neuen Aufgabe mit spannender Erwartung entgegen blickt, schwingt Wehmut in seiner Stimme: „Ich habe mich hier stets zu Hause gefühlt.“ Doch die Ordensgemeinschaft der Ressurektionisten, zieht sich aus Meßstetten zurück. Deshalb muss Pater Marek umziehen.

Marek Perzynski stammt aus einem kleinen Dörfchen zwischen Danzig und Bromberg. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, verspürte er schon früh den Wunsch, Pfarrer zu werden. Bevor er nach Meßstetten kam und die Nachfolge von Helmut Hau in den Pfarrgemeinden Meßstetten und Unterdigisheim übernahm, hatte er in Biberach gewirkt. Noch gut erinnert er sich an das Vorstellungsgespräch in der Riß-Stadt: „Es war an einem Mittwoch. Es war Markt. Ich habe kein Wort verstanden.“ Gut nachvollziehbar, Pater Marek kam frisch von einem Sprachkurs am Goetheinstitut. Dem Oberschwaben-Schwäbisch eines Wochenmarkts mit all seinen Dialekten war der Geistliche nicht gewachsen.

Sprachprobleme hat Pater Marek keine mehr – zurzeit plagt ihn ein anderes Malheur. Beim sonntäglichen Gottesdienst knickte er in der Sakristei um. Die Achillessehne riss. „Und dabei ist es nicht mal beim Kicken passiert“, sagt der 54-Jährige schmunzelnd, „alle fragen mich, ob ich wieder Fußball gespielt habe“. Jetzt haben Inliner, Schlittschuhe, Ball und Badehose erst einmal Zwangspause. Doch selbst diese Auszeit trägt der Pfarrer mit Humor: „Ach“, winkt er gelassen ab, „jetzt benutze ich halt dieses Auto da.“ „Dieses Auto“ ist sein Rollstuhl. Bis Pater Marek wieder richtig mobil ist, werden einige Wochen ins Land ziehen. Deshalb kommt ein südindischer Pfarrer, Antony Tharekadavil, zur Vertretung.

Wie es nach seinem Weggang weitergeht, weiß Marek Perzynski nicht. Denkbar sei es wohl, dass die Seelsorgeeinheit Heuberg nur noch einen Pfarrer bekomme, der dann neben Meßstetten, Unterdigisheim und Obernheim auch Nusplingen betreue – zumal dessen Geistlicher Gebhard Streicher in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht. Nach Meßstetten kommt jetzt erst einmal Pfarrer Antony.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

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