Du alte Fledermaus

Stadtbummel mit Peter. Kindesbespaßung – sein Papa ist auf dem Bau, der Kindi hat verständlicherweise noch Urlaub, dem Zwerg ist stinklangweilig. Das heißt für mich: ein nettes Programm mit etwas Bewegung, etwas für den Geist und vor allem Abwechslung. Ich schlage einen Besuch in der Bücherei vor (für Peter und mich), einen Stadtbummel (für mich) und Eis (für Peter). Soweit sind wir uns einig. Der kleine Gnom ist friedlich.

Die Bücherei haben wir hinter uns gelassen (vermutlich müssen die jetzt eh schließen, weil wir alles mitgenommen haben). Wacker machen wir uns zu Fuß auf in meine absolut allerliebste Second-Hand-Boutique, deren Besitzerin ich riesig gerne mag und die echt ein Unikum ist. Außerdem hat sie ständig neue Sachen im Angebot, ein feines Gespür für das Besondere und immer Maoam im Ladentisch. Wir entern das Geschäft. Peter stellt sich ins Schaufenster und erschreckt heran kommende Damen mit einem lauten „Huh“. Als das zu langweilig wird, setzt er sich auf die Ladentreppe und grüßt jeden Passanten mit einem freundlichen Hallo: „Hallo. Ich bin der Peter. Und meine Mama ist schon ewig da drin.“ Irgendwann bin selbst ich fertig, wir zahlen. Peter dankt der netten Ladenbesitzerin ganz formell für die Bonbons und den Klobesuch (der ist standardmäßig ebenfalls drin). Dann sagt er einen Satz, der mir die Schamesröte ins Gesicht steigen lässt: „Tschüß, Du alte Fledermaus.“ In der Tat. Die nette Boutiquendame trägt heute eine schicke Jacke mit ordentlich weiten Fledermaus-Ärmeln. Weigers Tierleben.

Danach geht’s in den Discounter. Wir laden unseren Wagen mit Butter, Wurst und Grillfleisch für den Abend voll. Während ich Bio-Äpfel suche, beginnt Peter eine Diskussion mit der Dame am Brokkoli. Sie heißt Claudia, hat ebenfalls einen leeren Kühlschrank und ist sehr nett. Peter verabschiedet sich und lädt sie zum Vesper ein. Beim Joghurt treffen wir sie wieder und noch einmal beim Olivenöl. Dann sind wir endlich an der Kasse. Wir laden unsere Siebensachen, eigentlich sind es eher acht oder zehn, aufs Band. Ich bezahle. Peter plaudert derweil mit der netten Kassiererin, ich höre nur sehr, sehr oberflächlich zu, weil ich meine PIN-Nummer wieder einmal vergessen habe und mich sehr konzentrieren muss. Als alles geklappt hat, sagen wir Tschüß, wünschen ein schönes Wochenende und gehen. Als sich die Türen schließen, sagt mein Sohn: „Das war übrigens die Susi.“

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