Gute Vorsätze und alte Laster

* Was war gut?

Wir sind in unserem neuen Haus endlich so „richtig“ angekommen. Peter macht die Schule sehr ordentlich. Wir bekommen noch einmal Nachwuchs – genauer gesagt im Mai. Sind mächtig gespannt auf den neuen Erdenbürger. Außerdem lief mein Büro sehr, sehr solide.

* Was war schlecht?

Wir dachten immer, es sei Stress, ein Haus zu bauen. War es zweifellos auch. Aber das Jahr danach fanden wir – ganz ohne Baustaub – viel blöder. Viele letzte Rechnungen, die eintrudelten. Stromnachzahlungen. Hickhack mit Kabel BW (Danke übrigens für den TOLLEN Service!). Alles wollten unser Bestes – unser Geld. Immer, wenn wir dachten: „Jetzt sind wir durch…“ ein neuer „Nebenkriegsschauplatz“. Aber jetzt sind wir wirklich durch…. Außerdem nervte das ständige Kranksein. Ätzend sowas.

* Erfolgreichstes Neu-Projekt?

Unser Garten! Er verdient so langsam seinen Namen. Ich freue mich auf ausgedehnte Grillabende, blühende Landschaften und viel Grün. Auch wenn man im Moment noch sehr viel Phantasie braucht, um sich das alles vorzustellen und die „blühenden Landschaften“ schon einmal einem das Genick gebrochen haben.

*  „Project in progress“?

Unsere technische Haus-Ausstattung. Herr Kasi ist zweifellos ein echter Könner seines Fachs – es darf nur nie der Strom ausfallen :-). Peter sagt immer: „Ach Mama, sei dankbar, der Papa kann doch einfach alles…“ Nur dumm, dass Frau Kasi das alles nicht sooo richtig zu schätzen weiß. Oder wüssten Sie, was zu tun ist, wenn sich beim Betätigen des gleichen Knopfes um 12 Uhr die Wohnzimmerlampe angeht und zwei Stunden später sich der Rolladen in Gang setzt? Und natürlich „Kind zwo“. Namensfindung sehr komplex. Eltern-Vorschläge sind Sohnkind „zu spießig, zu altmodisch und zu langweilig“. Aber keine Sorge. Es gibt sicherlich eine Zoe-Chantal Stella Noemi Weiger (auf Schwäbisch: Zö-Schantall‘ Nömi). Stellen Sie sich mal vor, Frau Kasi ruft auf gut Schwäbisch: „Zö-Schantall‘ Schdella Nömi, kommsch mol ra ge zum Middagessa? S‘ geit Nudla mit Brotasoß‘?“ Das wollen wir dem armen Kind und der Umwelt ersparen.

* Schönster Urlaub?

Gardasee, Frühjahr 2011. Tolle Gegend, tolles Essen, tolles Wetter, tolle Leute, tolles Olivenöl, toller Sonnenbrand.

* Gute Vorsätze für 2012?

Haha. Ich rauche nicht, trinke kaum Alkohol. Ich habe meinen Schoko-Konsum (zwangsläufig) im Griff, weil ich jeden Monat zum Wiegen zum Frauenarzt muss. Super Gefühl, wenn einen eine sehr schlanke Arzthelferin auf die Waage stellt wie auf dem Pferdemarkt und dann beiläufig fragt: „Was essen Sie denn so…?“  Außerdem schlafe ich schwangerschaftsbedingt abends um 19 Uhr bei „Wickie und die starken Männer ein“. Von einem gelungenen Abend ist durchaus zu sprechen, wenn ich die Tagesschau wach erlebe. Was also sollte ich also mir abgewöhnen?

* Auf der To-Do-Liste ganz oben?

Huch, das ist viel. Langsamer Autofahren. Mehr Geduld haben mit meiner Umwelt. Gelassener werden. Keine Türen mehr knallen. Jeden Tag mindestens anderthalb Liter stilles Mineralwasser trinken (hmpf). Keine Didi-Hallervorden-Filme mehr gucken und keine Ballermann-Hits mehr hören, sondern nur noch den Themenabend auf Arte schauen und den „Faust“ auswendig lernen. Mann und Kind politisch nicht mehr beeinflussen und keine Diskussionen mehr führen. Mann morgens um 5.30 Uhr nicht mehr wecken zwecks gemeinsamem Frühstück. Kommt nicht immer gut an, obwohl mein Gatte ein liebender Gatte ist und meistens mit mir aufsteht. Nicht jeden Satz mit  „Ja, aber…“ beginnen… Schon mein Vater monierte früher immer, ich wüsste schon immer eine Entgegnung, bevor er was gesagt habe. Mich beim Fußball nicht mehr so aufregen, dass das Ganze Wochenende versaut ist. Mit Mann nicht mehr über VfB-Aufstellung streiten (sinnlos, er ist eh nie meiner Meinung). Beim Fußball nicht mehr unjugendfrei brüllen.

* Was muss unbedingt erledigt werden?

Nicht immer alles auf später verschieben – das Schöne wie das weniger Schöne. Also endlich mal nach Schweden, Dänemark und wieder einmal nach Berlin reisen (wird 2012 wegen Nachwuchs aber schwer). Versprechen einlösen und Peter zum Toten-Hosen-Konzert mitnehmen (wird wegen Nachwuchs wohl aber ebenfalls schwer). Flugangst in Griff kriegen. Wäre zwecks Weltoffenheit dringend vonnöten. Es sei dann, man kommt nach Kuba irgendwann mal mit dem Rad.

Und endlich mal die restlichen Vorhänge aufhängen. Den Heizraum und die Abstellkammer ausmisten. Offene Lampenfragen endgültig klären. Wir haben tatsächlich noch Fassungen hängen. Nicht mehr viele, aber dennoch vorhanden.

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