Was ich hasse…

… wenn es nach dem ersten Frühlingstag wieder schneit und friert und eklig kalt ist.

…. wenn das Nutella aus ist.

… wenn mein Mann fragt: „Kasilein, könntest Du noch KURZ…?“ Haha. KURZ. Heißt meistens: Dauert Stunden. Und „Kasilein“ stinkt zum Himmel.

… wenn mein Kind mich nachts um drei in meinem Bett heimsucht und sich dann auf quer dreht. Das bedeutet, dass ich auf dem Nachtschränkchen direkt neben dem Wecker schlafe.

… wenn das Telefon nach 21 Uhr klingelt und das Kind weckt. Eigentlich reicht da auch schon nach 20 Uhr.

… wenn mein Handy-Akku immer gerade dann leer ist, wenn ich DRINGENDST telefonieren müsste.

Wird fortgesetzt. Mit Sicherheit.

Zu Gast bei Biene Maja

Das Schöne, wenn man ein Kind hat, ist die Tatsache, dass man jederzeit Sendungen wie Heidi oder Biene Maja gucken kann, ohne sich zu genieren. Was habe ich das kleine Mädchen im roten Kleidchen geliebt, die hoch oben auf der Alm beim Großvater im Heu schlafen durfte. Die so furchtbar litt in Frankfurt unter der dummen Schnefe Fräulein Rottenmeier. Ich bekomme heute noch Hassfalten, wenn ich deren hohe Stimme höre. Bei Biene Maja wollte ich immer den Willi schubsen – damit der wenigstens einmal ein bisschen Tempo kriegt. Auf der Klatschmohnwiese wollte ich immer gerne wohnen, am liebsten in Alexanders gemütlichem Mäuseheim.

Ich erinnere mich auch noch gut daran, wie ich, stolze 25 Jahre alt, eines sonntagnachmittags Lust bekam, mal wieder das Dschungelbuch zu gucken, das just an diesem Tag im Kinderkino mit ermäßigtem Eintritt lief. Dann saß ich inmitten lauter Fünf-, Sechsjährigen (gegebenenfalls mit Mama), die sich mit Popcorn bewarfen, mit Gummibären-Tüten raschelten und bei den spannendsten Stellen – beispielsweise da, wo die Schlange kommt – unter dem Sitz verschwanden. Selten habe ich mich so seltsam – und so alt gefühlt. Kinderkino ohne Kind ist einfach doof. Mittlerweile ist das einfach. Ich habe selbst einen Sohnemann, dem ich solche Filme schmackhaft machen kann. Allerdings funktioniert mein Kind nicht so wie andere. Er guckt lieber den DMAX-Checker, die Ludolfs oder sonstige Schrauber-Sendungen. Außerdem mag er weder Detlef Jöcker noch Rolf Zuckowski, sondern hört lieber die Toten Hosen oder seine geliebte Ballermann-Sammlung. Wie man’s macht…

FZ-ler kommen weit herum

Nizza, Morteau, Comines: Im Lauf der vergangenen 30 Jahre sind die Mitglieder des Nusplinger Fanfarenzugs weit herum gekommen. Das Geburtstagswochenende begann am Freitag mit einem Festakt.

Nusplingen. Zur ersten großen Party des Drei-Tage-Marathons kamen viele Gäste – beispielsweise die Fanfarenzüge aus Stetten/Haigerloch, Münchhöf, Königseggwald und Wehingen. Das Handwerkervesper hatte der örtliche Musikverein musikalisch umrahmt, beim Festakt sorgte der Nusplinger Männergesangverein für den guten Ton.

Edi Behnke, Klaus Schlude und Hubert Ritter waren es einst gewesen, die aus einer jungen, musikbegeisterten Truppe mit viel Herzblut einen Fanfarenzug geformt hatten. Ihnen zur Seite standen in der Anfangszeit die Fanfarenfreunde aus Spaichingen; vor allem Waldemar Vogelgsang war für die engagierten Nusplinger FZ-ler ein wichtiger Ansprechpartner. Dieser erhielt am Freitag für seine wichtigen Verdienste in der Anfangszeit ein Präsent.

Die Gründungsmitglieder – Edi Behnke, Dietmar Borowski, Günter Braun, Ottmar Braun, Roland Braun, Bernhard Dett, Franz-Xaver Dett, Alfons Glückler, Hans Hager, Joachim Kleiner, Michael Kleiner, Frank Mauch, Rolf Mauch, Hans-Dieter Mengis, Angelika Kiener, Armin Reiser, Jakob Reiser, Hubert Ritter, Joachim Ritter, Jürgen Ritter, Klaus Schlude, Josefine Schmieder, Reiner Schmieder, Roland Staiger und Birgit Weiger – wurden für 30-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. „Ohne Euch würde es heute keinen Fanfarenzug geben, und wir hätten viele fröhliche Stunden nicht musizieren und feiern können“, so Vorsitzender Willi Schreiber in seiner kurzen Ansprache.

Roland Staiger bekam von Josef Braun, dem Vorsitzenden des Blasmusik-Kreisverbands Zollernalb, die goldene Ehrennadel des Verbands: Er ist das einzige FZ-Mitglied, das seit Beginn ununterbrochen als aktiver Musiker dabei ist. Hubert Ritter und Edi Behnke wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Ein Festakt ohne Rückblick geht nicht – FZ-Chef Schreiber fasste sich jedoch kurz und erinnerte nur an einige Höhepunkte wie den Fernsehauftritt bei „Kein schöner Land“ oder die Aufnahme der CD „March on“. Denn im Mittelpunkt des Abends standen keine langen Reden, sondern das gemeinsame Geburtstagsfeiern.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

Ehrungen Festakt FZ 26.6.09

Fanfaren schmettern laut

Kleine Turner von anno dazumal und viel Musik – ein historischer Umzug mit über 20 Gruppen bildete am gestrigen Sonntag den Höhepunkt des Nusplinger Fanfarenzug-Jubiläums.

Nusplingen. Oldtimer-Traktoren tuckerten fröhlich vor sich hin, die kleinen Turner des örtlichen TSV schwangen ihre Keulen, all die wunderschön ausstaffierten Fußgruppen zogen ebenso durch die Straßen. Alles in allem hatte der Fanfarenzug noch einmal eine richtig runde Sache auf die Beine gestellt. Meisterlich unterstützt von den Vereinen und Bürgern, die den kunterbunten Lindwurm unter dem Motto „Nusplingen anno dazumal“ mit Fußgruppen bestückt hatten. Dazu kamen die angereisten Fanfarenzüge, die dem Spektakel zum einen musikalische Klasse und ordentlich Lautstärke verliehen und zum anderen mit ihren farbenreichen Uniformen wunderschöne Akzente setzten.

Tags zuvor, am Samstag, war das große Zelt am Nusplinger Ortsausgang zunächst einmal in Kinderhand. Da gab es einen Hasenlauf und viele fröhliche Spiele. Die Kindergartenkinder hopsten als Schlafuzzis über die Bühne, und die kleinen Turner baten, moderiert von Sandra Klaiber und Carolin Sisto, den Gorilla mit der Sonnenbrille zum Tanz.

Getanzt und geschunkelt wurde am Abend auch – allerdings war da das Publikum wieder etwas älter: Die Froschenkapelle aus Radolfzell, in Nusplingen bekannte Gäste, verwandelte das Zelt innerhalb kürzester Zeit in einen Hexenkessel und brachte ordentlich Stimmung in die Bude. Da traf die „Fischerin vom Bodensee“ auf aktuelle Charthits oder das „Trompeterecho“ – faszinierend, wie die Musiker die Generationen verbinden. Die Gäste indes kamen nicht nur aus Nusplingen, sondern aus der ganzen Region; auch der sonntägliche Frühschoppen, den die „Froscha“ nach dem Festgottesdienst in Maria Königin im Zelt gestalteten, war gut besucht. Ringsum sah man nur zufriedene Gesichter. Damit haben sich für die Fanfarenzügler die monatelangen Vorarbeiten wirklich gelohnt.

kasi für Zollern-Alb-Kurier

FZ Umzug TSV

Hundertwasser hypnotisiert

Nach dem „Hype“ um Hundertwasser kehrt in der Galerie Albstadt – zumindest vorübergehend – Ruhe ein.

Albstadt. Der bekannte Maler und Grafiker hat die Massen magisch angezogen. Fast 18.000 Besucher wollten seine Werke sehen (wir berichteten): alt und jung, Schulklassen, große Gruppen und kleinere, vom Kindergartenkind bis zum 100-jährigen Kunstfreund Alfred Sebenico. Die Besucher kamen nicht nur aus Albstadt, sondern reisten aus Stuttgart, vom Bodensee, aus Tübingen, Mannheim oder Berlin an.

Das Galerieteam ist angesichts dieser Besuchermassen immer noch sprachlos. „Das hätten wir nie zu träumen gewagt“, sagt Volontärin Beate Reutter, die das Organisatorische rund um die Schau erledigt hat. Der literarische Brunch, zu dem am Sonntag Rosemarie Banholzer Prosa und Lyrik las, bildete sozusagen den Schlussstrich unter etwas, was die Galerie in dieser immensen Form noch nie erlebt hatte – auf Neudeutsch hieße es vermutlich „massiver Run“. Selbst zum abschließenden Brunch waren noch einmal über 40 Kunstfreunde da und ließen sich Kuchen und Maultäschle schmecken.

Nach so viel „Action“ jetzt erst einmal Durchatmen. Dr. Veronika Mertens, langjährige Mitarbeiterin in der Galerie Albstadt, freut sich sehr über den riesigen Besuchererfolg der Hundertwasser-Ausstellung. Zum einen hätten viele „neue“ Gäste den Weg ins Albstädter Kunsthaus gefunden. Zum anderen habe sich Hundertwasser mit seinen vielen, farbenfrohen Werken gut dafür geeignet, um selbst ganz junge Besucher behutsam mit Kunst vertraut zu machen. Außerdem hat die Hundertwasser-Ausstellung laut Mertens davon profitiert, dass der bekannte Künstler in den Lehrplänen der Schulen fest verankert ist: „Stellenweise waren drei, vier Schulklassen auf einmal da.“

Dennoch wird Veronika Mertens nicht müde, auf die große Bedeutung der Albstädter Sammlung hinzuweisen – egal ob mit Dix oder Caspar-Filser. Veronika Mertens und ihrer Kollegin Beate Reutter ist bewusst, dass ein Otto Dix und seine oft düsteren Kriegsmotive die Massen mitunter verhaltener mobilisieren als ein Hundertwasser, „dessen Name sehr vielen Menschen vertraut ist“. Allerdings, so sagt Mertens, brauche ein Haus wie die Galerie Albstadt beide Facetten: Ausstellungen mit allgegenwärtig vertrauten Namen wie Hundertwasser und genauso die Schauen, die der Albstädter Sammlung gerecht werden. Nicht zuletzt seien Werke aus Albstadt in der ganzen Welt zu sehen – „egal ob Wien, Madrid oder Mailand“.

Von daher wünscht Veronika Mertens auch der neuen Ausstellung mit Zeichnungen von Otto Dix, Martina AltSchäfer und Ulf Cramer einen großen Erfolg. Vernissage ist am Sonntag, 5. Juli.

kasi für Zollernalbkurier

Müde Muskeln und Musik

Während die Starter des ersten Wettkampftags beim Gonso-Albstadt-MTB-Classic ihren müden Muskeln Ruhe gönnten, kamen auch die Ohren nicht zu kurz: Gerd Rube, Schorndorfer Sänger, Songwriter und Gitarrist, lockte am Samstagabend viele, viele Musikfreunde zu einem Open-Air-Konzert zur Zollernalbhalle.

Albstadt. Petrus muss wohl Mountainbiker oder Rockfan sein: Nach der klimatisch eher durchwachsenen Woche war das Open-Air tatsächlich eins; das Konzert musste nicht ins Hallenfoyer verlegt werden. Nach den ersten Bike-Highlights im „Bullentäle“ gesellten sich zu alten Rockklassikern wie „Dead or Alive“ von Bon Jovi oder „Summer of 69“ von Brian Adams fröhliche Popsongs von Roxette oder Prince, so dass für jeden Musikgeschmack etwas geboten war.

kasi für Zollernalbkurier

MTB Classic Rube2

Ausnahmezustand auf Rädern

Es war ein Ausnahmezustand auf zwei Stollenreifen: Die Stadt Albstadt untermauerte am Wochenende eindrücklich, warum sie bundesweit als Mountainbike-Mekka gilt.

Albstadt. Preisfrage: Was ist, wenn die Hotelzimmer in der kompletten Region bestens gebucht sind? Parkplätze rund um das Tailfinger „Bullentäle“ Seltenheitswert besitzen? Ganz klar: ein Bike-Highlight namens Gonso-Albstadt-MTB-Classic. Die vielen tausend Besucher erlebten am Wochenende neuerlich ein Radsportereignis, das seinesgleichen lange suchen muss. Selbst das Nationalteam aus Uganda hatte etliche Fahrer angemeldet, musste allerdings kurzfristig wieder absagen. Laut Organisator Stefan Salscheider von Skyder Sportpromotion hatte offenbar nur der Präsident ein Visum bekommen…

Schade, aber nicht zu ändern. Dafür waren viele andere da: etablierte Profi-Sportler aus dem In- und Ausland, unzählige Nachwuchsfahrer, aufgeregte und mitfiebernde Zuschauer. Die Bundesliga-Starterliste las sich wie ein Who-is-Who. Die Teams reisten nicht nur aus dem nahen Ausland wie Schweiz und Österreich an, sondern auch aus Belgien, Russland, Dänemark oder sogar Isreal. Die Welt zu Gast in Albstadt – über 20 Nationen gaben sich ein Stelldichein.

Kein Wunder also, dass schon am frühen Samstagmorgen rund um die Zollernalbhalle, den Expo-Bereich und die Rennstrecke reger Betrieb herrscht. Laute Musik dröhnt aus den Boxen, die ersten Nachwuchsfahrer erhalten Siegersträußchen und Urkunden. Man fachsimpelt an den Ausstellungsständen in allen möglichen Sprachen über Material und Strecke, holt sich die erste Rote Wurst oder – der zeitigen Sommersonne sei Dank – eine Apfelschorle.

Stets mittendrin in dem radsportlichen Tumult: Organisator Stefan Salscheider. Gerade verfolgt er aufmerksam die deutsche U19-Nationalmannschaft, deren Junioren schon emsig mit Bundestrainer Peter Schaupp ihre Runden drehen. Schaupps Spitzname ist passenderweise „Speedy“. Schaupp, wie er selbst sagt, „ein alter Schwede“, und Downhill-Spezialist, kennt die MTB-Szene wie seine Westentasche. Der drahtige Grötzinger mit der grauen Mähne und dem lustigen Zöpfchen im Nacken fällt auch in Albstadt auf; selbstverständlich hat er schon lange vor allen anderen die Strecke mit dem neuen Abschnitt getestet: „Alles wirklich super.“ Seinen Schützlingen gibt er noch letzte Tipps oder hilft ihnen bei technischen Problemen auf die Pedale.

Peter Schaupps einziges weibliches Nachwuchstalent ist dieses Mal Vanessa Mosch aus dem nordrhein-westfälischen Landeskader. In Albstadt ist sie nicht zum ersten Mal am Start. Sie schwärmt vor allem vom tollen Flair: „Die Leute hier sind echt voll cool“, sagt das 17-jährige Nachwuchstalent und grinst. Der Bundestrainer mit dem schnellen Namen pflichtet bei: Die Rennen auf der Alb seien zweifelsohne etwas Besonderes. Dann geht selbst einem „Speedy“ die Zeit aus. Was steht auf Vanessa Moschs Weste? „Adventure begins today – das Abenteuer beginnt heute“. Dann nichts wie los.

kasi für Zollernalbkurier

MTB Classic 09 Motiv 1