Die Dominanz der Michaels

Ich habe eine geheime Leidenschaft für Zollstöcke, also für das, was auf gut Schwäbisch „Meterstab“ oder kurz „Meter“ heißt. In meinen diversen Schreibtisch-Schubladen finde ich aktuell drei. Einen weiteren trage ich immer in meiner Handtasche, noch einen in meinem Kamerakoffer, und auf meinem Fototisch liegt nochmal ein „Meter“. Klingt absurd? Nein, nicht wirklich. Meine Meterstäbe brauche ich recht oft: Wenn ich mir ein Fotoformat „verbildlichen“ muss, hilft er mir. Oder wenn eine Kundschaft Fotos „aus einer Höhe von etwa 1,60 Meter“ wünscht. Und wenn ich schauen will, wie groß eine Anzeige von 9,2 mm auf 13,5 mm gedruckt ausfallen wird. Oder ganz einfach, wenn ich bei Ikea stehe, und nicht so recht weiß, wie breit das neue Büroregal sein soll. Außerdem kriegt man mit einem ordentlichen Meter, ruckzuck, ein Bier auf. Nicht dass ich das jemals getestet hätte.

Gestern habe ich beim Einkaufen ein Regel mit besonders schicken Meterstäben entdeckt. Mit einer zarten Holzbrennerei – dem eigenen Vornamen! Toll, dachte ich, das ist endlich einmal was für mich! Für mich und meine geheime Meter-Schwäche! Genervt war ich obendrein, von dem ganzen Weihnachtsgedöns in den Läden und dem unsäglichen „Last-Christmas“, das im ganzen Land aus den Boxen dudelt. Ich suchte an dem Meter-Stand also eifrigst unter „K“. „K“ wie „Katja“ oder „Kasi“. Nach längerem Ständer-Kreiseln dann der Schock: Natürlich gab es die Meterstäbe mit personalisiertem Namenszug nicht für Mädels, klar, sondern nur für Männer. Hallo, Frau Kasi, jemand zu Hause?! Für „Michael“ gab es beispielsweise gleich zwei Schuber voll Zollstöcken, dazu kamen noch „Mike“ und „Micha“ als Kurzformen. Ich finde, aber mal ganz ehrlich, angesichts dieser Dominanz der „Michaels“ wäre durchaus noch Raum für ein „Kasi“-Fach gewesen.

blog

Ungeklärte Bau-Fragen I

* Warum verschwinden Meterstäbe, Bleistifte und Messer immer wie von Geisterhand? Haben die Füße?

* Warum streiten Menschen auf Baustellen immer?

* Warum wollen mich immer alle fern halten? Ich bilde mir ein, kein so schlechter Helfer zu sein! Ich mache, was man mir aufträgt. Stelle selten intelligente Fragen (ich weiß es ja nicht besser), fange keine Endlos-Diskussionen an, sondern schaffe mein Zeug runter, weil ich ja meistens daheim noch Arbeit habe oder mein Kind auf mich wartet. Andere kommen auf Besuch und geben ungefragt tolle Ratschläge. Dann gehen sie wieder, weil sie ja ins Schwimmbad oder zum Grillen, ins Theater oder ins Kino müssen. Da frag‘ ich mich, was besser ist…

*  Warum ist es immer so staubig? Kriegt man ein Haus je staubfrei? Ich hoffe es…

* Warum sind Dixi-Klos immer so eklig?

* Warum kann ich keine belegten Brötchen mehr sehen? Oder Würste aus dem Kessel?

* Wieso kratzt und juckt Glaswolle so eklig? Die Menschheit fliegt zum Marsch, und das Zeug gibt einem bis heute das Gefühl, den Flohwalzer auf dem Rücken zu haben.

* Warum schlägt man sich immer am gleichen Balken den Kopf an?

* Warum sind manche Dinge im Plan anders als in der Praxis?