Die Sache mit den Vorsätzen

Sie kennen das sicher. Man nimmt sich viel vor zu so einem neuen Jahr, das frisch gestärkt und sauber vor einem liegt und so viele Chancen zu bieten scheint. Man muss viel mehr Sport machen. Gelassener werden. Ruhiger agieren. Richtig gute Bücher lesen. Tolle Filme (also solche mit Anspruch) gucken. Vorsichtiger Auto fahren und vor allem nicht so schnell. Viel früher tanken und nicht warten, bis das Tanklicht auf Dauer-Rot geht. Mehr gesundes Obst essen. Sich viel weniger Milchkaffee und mehr Bio-Kräutertee zu Gemüte führen. Abends gleich ins Bett gehen und nicht auf dem Sofa einschlafen. Den eigenen Mann ausreden lassen. Die Söhne auch. Sehr viel weniger Nutella essen und am besten nicht vom Löffel. Sich nicht ereifern, wenn die Umwelt langsamer tickt als man selbst. Sich die (wenige) (Frei-) Zeit besser einteilen. Mehr stilles Wasser trinken und keinen trockenen Rotwein mehr. Wichtige Termine gleich aufschreiben oder ins Outlook klopfen. Und so weiter…

Dieses Jahr halten sich meine Vorsätze im Rahmen. Die Sache mit dem Sport – nun ja, die sollte ich mir zu Herzen nehmen (meine Gelenke sind nicht die besten). Gelassenheit schadet nie, und es ist sicher gesünder, im eigenen Bett zu ruhen als s-förmig oder zu einem Seepferdchen gekrümmt auf dem Sofa im Wohnzimmer einzunicken, mit steifem Genick aufzuwachen und tagelang (aufgrund von Nackenschmerzen) in gebückter Haltung durch die Gegend zu schleichen. Aber ansonsten ist für 2014 mein großer Vorsatz, die Vorsätze Vorsätze sein zu lassen. Warum? Weil ich mich schlecht fühle, wenn ich es wieder einmal nicht geschafft habe, pro Tag fünf Gemüse- und Obstrationen am Tag zu essen, bei Milka zartherb wieder einmal schwach geworden bin oder dem Angetrauten zum dritten Mal ins Wort gefallen bin.

Solange alles im Rahmen bleibt, können mich die Vorsätze gerne haben. So.